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Friedrich Forssman
Schloßteichstraße 3
34131 Kassel
mail@kassel-mulang.de

© für alle Bilder aus dem Schmidtmann-Album: Friedrich Forssman 2020

Heinrich und Emma Schmidtmann:
Fotoalbum für Fritz Schmidtmann

Im April 2020 konnte ich dieses Album erwerben, das der Villenkolonie-Gründer Heinrich Schmidtmann (1842–1921) und seine zweite Frau Emma für ihren gemeinsamen Sohn Fritz angelegt haben. Es ist auf das Jahr 1902 datiert und war womöglich eine Abschiedsgabe beim Auszug des Sohnes (*16.10.1879) aus dem Elternhause. Die kleine, etwas unpräzise ausgeführte Namensprägung rechts unten auf dem Deckel des Leder-Einbandes scheint dafür zu sprechen, daß auch andere der sechs Kinder ein solches Album erhalten haben.

Das Album zeigt 68 Fotos aus der Villenkolonie, darstellend die von der Familie Schmidtmann bewohnten Häuser Burgfeldstraße 8 sowie Wigandstraße 4 (beide erhalten), weitere Bilder der aufblühenden Kolonie sowie Schloßpark- und Familienfotos.

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Das vollständige Album in Doppelseiten.

1 Einband-Vorderdeckel. Der hintere Deckel ist schmucklos.
2 Vorsatz.
3 Widmungsblatt mit Bildnis-Medaillon von Fritz’ Eltern Emma Schmidtmann (geb. Buerdorf aus Hannover) und Heinrich Schmidtmann.

4 Links: Die Schmidtmann-Villa Burgfeldstraße 8, aufgenommen aus der Burgfeldstraße 9. Rechts hinter der Nr.8 ein Stall, heute steht dort das von Schmidtmann erbaute Haus Schloßteichstraße 5.

Rechts: Die Schmidtmann-Villa im Winter.

5 Links: Der Schloßteich (der »Lac«)

Rechts: Blick auf den Abfluß des Lac von der Einmündung der Mulangstraße in die Wigandstraße. Die Brücke ist heute steingesäumt, den Weg links am Wasserlauf gibt es nicht mehr.

6 Links: Blick von der Wilhelmshöher Allee den Lac-Abfluß hinauf.

Rechts oben: Der Lac.

Rechts unten: Blick von der Verlängerung der Wilhelmshöher Allee zum Schloß.

7 Der Garten der Burgfeldstraße 8.


Rechts unten:
Burgfeldstraße 8, links die Schloßteichstraße 7 (abgerissen 1970), rechts die Burgfeldstraße 6 im Bau (erhalten).

8 Aufnahmen aus der Schmidtmann-Villa, Burgfeldstraße 8.

9 Links: Die Familie beim Haus Burgfeldstraße 8.

Rechts: Interieur-Aufnahme aus der Schmidtmann-Villa, Burgfeldstraße 8.

10 Links oben: Großfamilie Schmidtmann.

Links unten: Das Ehepaar Schmidtmann vor dem Haus Nr.8.

Rechts oben: Emma und Heinrich Schmidtmann mit den Kindern.

Rechts unten: Sophie, Tochter aus erster Ehe.

11 Links unten: Der Bauplatz der Villa Mummy, rechts im Bild die Villa Henkel (siehe »Villenkolonie« / Kurhausstraße 13 und 7)

Rechts oben: Blick aus der Nr.8 nach Nordwesten zur Schloßteichstaße: links das Grundstück Nr.5 (siehe Doppelseite 4), dann Nr.3 und Nr.1.

Rechts unten: Blick aus der Nr.8 nach Westen: Schloßteichstraße 7, dahinter Lindenstraße 2. Mitte hinten: Villa Henkel.

12 Links oben: Blick aus der Nr.8 nach Osten. Vorn rechts die Burgfeldstraße 7 (dahinter die Wigandstraße 4), vorn links die Burgfeldstraße 7. Mittelgrund: Das Pensionshaus Wilhelmshöhe.

Links unten: Die Villa Mummy ist fertig.

Rechts: Die Burgfeldstraße 6. Links die Nr.8, rechts die Schloßteichstraße 3.

13 Familienbilder, drei davon im Garten der Nr.8.

14 Familienbilder.

Rechts unten: Die Schloßteichstraße 10 von Süden, von der Brabanter Straße her aufgenommen.

15 Links: Familienbilder.

Rechts: Auf der Kanonie steht »Abschied | C. – 1896/7 | der Einj.-Freiwilligen | 3. reitende Batterie«. Das Bild wurde vor dem »Ridinger Schloß« aufgenommen, Löwenburgstraße 3.

16 Links oben: Blick aus dem Schmidtmannschen Sommerhaus, Wigandstraße 4, nach Süden. Rechts hinten die Kuranstalt Dr.Greger, Burgfeldstraße 17.

Links unten: Nr.4 von Süden.

Rechts oben: Wigandstraße 2, Ostseite, also Straßenseite.

Rechts unten: Familienbild.

17 Bilder aus dem Garten der Burgfeldstraße 8.
18 Bilder aus dem Garten der Wigandstraße 4.
19 Bilder aus dem Garten der Wigandstraße 4.

20 Links: Familienbilder, im Garten und gewiß im Inneren der Wigandstraße 4.

Rechts: Die Nr.4 von Westen, links ein »Pensionshaus Wilhelmshöhe«-Nebengebäude.

21 Der Garten der Wigandstraße 4.

Links unten: Der Garten der Burgfeldstraße 8.

22 Der Garten der Wigandstraße 4.
23 Es folgen acht Doppelseiten ohne Fotos.
24 Kinderkritzeleien auf der dritten der acht ansonsten leeren Doppelseiten.
25 Hinteres Vorsatzpapier.

(Nach oben zum Seitenkopf.)

 

Die Fotos in der Reihenfolge des Albums.

Auch hier gilt: Beim Klicken auf ein Bild öffnet sich eine große Ansicht. Beim Klicken auf diese große Ansicht erscheint das nächste Bild; so lassen sich die 68 Einzelbilder durchblättern.

Doppelseite 4

1 Die Schmidtmann-Villa Burgfeldstraße 8, aufgenommen nach Westen aus der Burgfeldstraße 9. Rechts hinter der Nr.8 ein Stall, heute steht dort das von Schmidtmann erbaute Haus Schloßteichstraße 5. Ganz rechts eine Ecke der Burgfeldstraße 6, dahinter der Turm der Schloßteichstraße 3. Auf der Eingangstreppe Heinrich Schmidtmann, am Erdgeschoßfenster seine zweite Frau Emma, geb. Buerdorf aus Hannover.

2 Die Schmidtmann-Villa im Winter. Schmidtmanns und ein Freund auf dem Balkon.

Doppelseite 5

1 Der »Lac« im Winter.

2 Blick auf den Abfluß des Lac von der Einmündung der Mulangstraße in die Wigandstraße. Die Brücke ist heute steingesäumt, den Weg links am Wasserlauf gibt es nicht mehr. Die Mulangstraße wiederum ist heute breiter, asphaltiert und dient als Parkplatz für die Ayurveda-Klinik; der Park ist durch eine Hecke abgetrennt, der Wasserfall dadurch kaum sichtbar.

Doppelseite 6

1 Blick von der Wilhelmshöher Allee den Lac-Abfluß hinauf. In der Mitte ein Schmidtmann-Sohn?

2 Der Lac. Ein Schmidtmann-Sohn am Ufer rechts?

3 Blick von der Verlängerung der Wilhelmshöher Allee zum Schloß. Vor dem Schilderhäuschen wohl ein Schmidtmann-Sohn.

Doppelseite 7

1 Die Eingangstreppe zur Burgfeldstraße 8. Vor dem unteren Eingang Emma Schmidtmann mit zwei Enkelkindern.

2 Burgfeldstraße 8: Der hintere Garten mit einer Apollo-Statue.

3 Burgfeldstraße 8: Vordergarten mit Venus (links) und Emma Schmidtmann (rechts).

4 Burgfeldstraße 8, links die Schloßteichstraße 7 (abgerissen 1970), rechts die Burgfeldstraße 6 im Bau (erhalten). Die Fenster sind noch leer, die seitliche Terrasse wird errichtet. Ganz im Hintergrund: Siebertweg 1.

Doppelseite 8

1–4 Innenaufnahmen aus dem Hause Burgfeldstraße 8.

Doppelseite 9

1 Die Familie vor dem Haus Burgfeldstraße 8. Im Hintergrund der Giebel des Hauses Burgfeldstraße 9.

2 Die Schmidtmann-Kinder. Von links nach rechts (wenn die Kinder in der Reihe ihres Alters stehen): Aus erster Ehe mit Sophie Buerdorf (*23.2.1850, †9.12.1875): Emilie (*8.1.1870); Franziska (»Fränzchen«, *8.3.1871 / oo 7.5.1892 Alexander Potente / †9.9.1948); »Christel« (*2.3.1872), Hermann (*20.11.1875). – Aus zweiter Ehe mit Emma Buerdorf, Schwester der ersten Frau: Karl (*4.3.1878), Fritz (*16.10.1879).

3 Ein Interieur-Foto mit Besitztümer-Arrangement.

Doppelseite 10

Großfamilie Schmidtmann.

2 Das Ehepaar Schmidtmann senior vor dem Haus Burgfeldstraße 8.

3 Schmidtmanns mit vieren der sechs Kinder: Fritz, Emilie, Hermann, Karl.

4 Tochter Emilie.

Doppelseite 11

1 Hund Schmidtmann.

2 Der Bauplatz der Villa Mummy, Kurhausstraße 13 (abgerissen 1970). rechts im Bild die Villa Henkel, Kurhausstraße 7 (erhalten). Ganz links der spitze Turm: Steinhöferstraße 11 (teilerhalten).

3 Blick aus der Burgfeldstraße 8 nach Nordwesten zur Schloßteichstaße: links der Stall auf dem Grundstück Nr.5 (der Nachfolge-Bau, ein prächtiges Haus von Heinrich Schmidtmann, ist erhalten), dann die Nr.3 (erheblich ausgebaut erhalten), in der Bildmitte die Nr.1 (erheblich ausgebaut erhalten). Rechts ein Giebelstück vom Schmidtmann-Bau Burgfeldstraße 4 (erhalten). Zwischen den Häusern ist der Schloßteich zu erspähen.

4 Blick aus der Burgfeldstraße 8 nach Westen: links die Schloßteichstraße 7 (abgerissen 1970), dahinter die Lindenstraße 2 (abgerissen um 1970). Mitte hinten, mit den auffälligen Balkonen: die Villa Henkel, Kurhausstraße 7 (erhalten).

Doppelseite 12

1 Blick aus der Nr.8 nach Osten. Im Vordergrund links die Burgfeldstraße 5, rechts die 7, ganz rechts eben noch die Nr.9 (alle erhalten). Bildmitte: Das Luxus-Hotel »Pensionshaus Wilhelmshöhe« (so auf dem Schild auch zu lesen, und auf einem Haus weit links »Pensionshaus / Restaurant«), Wigandstraße 5; links davon die Grevelersche Kaltwasser-Heilanstalt, Wigandstraße 1–3 (erhalten, aber bis zur Unsichtbarkeit umbaut). Hinter dem Haus Burgfeldstraße 7 das Schmidtmann-Sommerhaus Wigandstraße 4 mit dem Pavillon an der Straße. – Die Dächer in der rechten Bildmitte sind die der Domänengebäude. Ganz im Hintergrund der Turm der Kirchditmolder Kirche.

2 Die Villa Mummy ist fertig, der Garten wir angelegt. Das prächtige Haus wurde in den 1930er Jahren Kurhaus, in den 1950ern erneut. Es wurde 1970 barbarisch abgerissen. – Ganz rechts im Wald die Kurhausstraße 1, ein Haus, das schon vor der Villenkolonie-Gründung stand und Schmidtmanns Vetter und Freund Louis Hochapfel gehörte.

3 Der Schmidtmann-Bau Burgfeldstraße 6 (erhalten). Ganz links die Nr.8, rechts die Schloßteichstraße 3 (erhalten). Links über den Bäumen das Dach der Lindenstraße 2 (abgerissen 1970).

Doppelseite 13

Heinrich und Emma Schmidtmann mit zwei Enkelchen.

2 Heinrich Schmidtmann (rechts) mit Gemahlin, mit dem jüngsten Sohn Fritz – und links einem (noch) unbekannten Herrn.

3 Die jüngere Tochter, Franziska Schmidtmann, (*8.3.1871) mit einem Kinde.

4 Heinrich Schmidtmann und seine vier Söhne (v.l.:) Karl (*4.3.1878), Fritz (*16.10.1879), »Christel« (*2.3.1871), sitzend: Hermann (*20.11.1875). Aufnahme im Garten der Burgfeldstraße 8, links im Hintergrund der Schmidtmann-Bau Burgfeldstraße 7.

Doppelseite 14

1 Mit Familie und Freunden.

2 Das Ehepaar Schmidtmann mit Tochter Franziska, Schwiegersohn(?) und Enkelchen.

3 Da oben ist was. Ein Waschbär kann es nicht gewesen sein, die kamen erst in den 30er Jahren nach Nordhessen.

4 Der Schmidtmann-Bau Schloßteichstraße 10 von Süden, von der Brabanter Straße her aufgenommen, ca.1895. Auf dem Balkon gewiß Georg Schwartzkopff.

Doppelseite 15

1 Stehend, rechts: Sohn Karl; sitzend, ganz rechts: Sohn Hermann. Sowie weitere Leute. (Links, sitzend, Tochter Franziska?)

2 Links stehend: Tochter Franziska (?) – und weitere Leute.

3 Auf der Kanone steht »Abschied | C. – 1896/7 | der Einj.-Freiwilligen | 3. reitende Batterie«. Auf dem Schaukelpferd offenbar Sohn Hermann. – Das Bild wurde vor dem Hotel »Ridinger Schloß« aufgenommen, Löwenburgstraße 3 (erhalten).

Doppelseite 16

1 Blick aus dem Schmidtmannschen Sommerhaus, Wigandstraße 4, nach Süden. Rechts hinten die Kuranstalt Dr.Greger, Burgfeldstraße 17, dahinter die Nr.19.

2 Das Haus Wigandstraße 4 von Süden nach der Aufstockung; die Wigandstraße verläuft rechts. – Zum Haus-Umbau schreibt mir Dr.Christian Presche: »Die Aufstockung scheint übrigens sehr pragmatisch und kostensparend durchgeführt worden zu sein: So wie es von außen aussieht, hat Schmidtmann das bisherige Dach abgebaut und unverändert – einschließlich der gesamten Ornamentik – einfach ein Stück höher wieder aufbauen lassen, an den Außenwänden auf neu eingefügten Pfosten und Auskreuzungen, wobei die Höhenlage der Fensterstürze den neuen Verhältnissen angepaßt wurde. Die neuen Gefache wurden wie im Erdgeschoss ausgemauert und – mit Ausnahme der Randsteine – verputzt, die Brüstungen der Fenster einfach wieder neu angebracht.
Darüber hinaus sind aber auch noch weitere Änderungen zu erkennen: An der Straßenseite (Ostseite) wurde das Dach der Loggia als Altan begehbar gemacht (mit Brüstung), und der Mittelteil der Loggia wurde ein Stück vorgezogen. Auf der Rückseite (Westseite) verdoppelte Schmidtmann den Risalitvorsprung (die alte Außenwand dürfte dabei einfach ein Stück versetzt neu aufgebaut worden sein); die Loggia an seiner Nordseite, die bisher dem dortigen Eingang vorgelagert war, wurde geschlossen und nach Westen um den neuen Eingang und eine (die Gestaltung der früheren Loggia aufgreifende) Überdachung für den Treppenaufgang erweitert. Außerdem beseitigte man auf der Nordseite im EG die beiden seitlichen Auskreuzungen, um zusätzliche Fensteröffnungen zu schaffen, die allerdings nur einfache horizontale Verdachungen erhielten.
«

3 Wigandstraße 4, Ostseite, von der Straße aus.

Ehepaar Schmidtmann mit Freunden oder Verwandten. – Ist das Sohn Hermann ganz rechts? Und stehend vielleicht Fritz?

Doppelseite 17

1 Wigandstraße 4: das Bienenhaus.

2 Tochter Emilie mit ihrem Mann (?).

3 Der Pavillon an der Wigandstraße.

4 Schmidtmanns und Kinder. Wer besser im Zuordnen ist als ich, darf sich gern melden.

Doppelseite 18

1 Eine junge Frau – die Braut von Fritz? – im Garten der Wigandstraße 4.

2 Heinrich Schmidtmann mit der jüngeren Tochter Franziska – und vielleicht seiner Schwiegermutter. Seine Mutter und seine ebenso innig geliebte Stiefmutter waren bereits verstorben.

3 Die Familie.

4 Gartenidyll.

5 Die ältere Tochter, Emilie.

Doppelseite 19

1 Die jüngere Tochter, Franziska.

2 Ein Garten – welcher? Hinten wohl der Habichtswald. Vielleicht das Grundstück der Wiederhold’schen Kuranstalt an der heutigen Hugo-Preuß-Straße?

3 Freundinnen im Garten der Burgfeldstraße 8.

4 Tochter Franziska mit einem Verehrer oder ihrem Mann Alexander Potente.

Doppelseite 20

1 Stehend, v.l.: Fritz, ?, Hermann, ?, ?, ?. Sitzend, v.l.: Franziska, Heinrich und Emma Schmidtmann, Emilie(?).

2 Familienbild, wohl im Inneren des Hauses Wigandstraße 4.

3 Die Wigandstraße 4 vor der Aufstockung, aufgenommen von Nordwesten mit Blick zur Stadt. Links ein Nebengebäude des Pensionshauses Wilhelmshöhe.

Doppelseite 21

1 Wigandstraße 4 vor der Aufstockung, von Süden.

2 Im Garten der Burgfeldstraße 8.

3 Wigandstraße 4: Der Pavillon. Das Haus ist noch nicht aufgestockt.

4 Im Garten der Wigandstraße 4. Oben von links die Häuser Burgfeldstraße 9 und 7.

Doppelseite 22

1 Franziska Schmidtmann mit Mann und Kindern. Das Bild ist mit Bleistift bekritzelt.

2 Wigandstraße 4 vor der Aufstockung, aufgenommen von Süden.

3 Im Garten der Wigandstraße 4, Blick nach Süden. Rechts das »Pensionshaus Wilhelmshöhe«.

4 Wigandstraße 4 nach der Aufstockung, Blick von Norden.

(Nach oben zum Seitenkopf.)

 

»Erinnerungsbilder«:
Die Autobiographie von Heinrich Schmidtmann
.

»Erinnerungsbilder. Schilderungen und Erlebnisse aus früheren Jahren, für seine Angehörigen niedergeschrieben von Heinrich Schmidtmann.« Das Buch war 1907 in kleiner Auflage erschienen.

Das Bild zeigt zwei Exemplare der zweiten Auflage von 1910 (Einband und Innentitel) auf dem Einband der Ausgabe von 1993:

Heinrich Schmidtmann (1842–1921), Bauhandwerker und Unternehmer in Kassel: Erinnerungsbilder. Bearbeitet von Karl-Hermann Wegner.

Es wäre sehr schön, den ungekürzten Text der »Erinnerungsbilder« auf dieser Website veröffentlichen zu können. Wenn jemand Lust hat, das Buch abzutippen, schenke ich zu diesem Zweck gern ein Exemplar der Ausgabe von 1910 her. Das Buch ist in Frakturschrift gedruckt, aber man liest sich (wenn nötig) rasch ein.

Karl-Hermann Wegner, Gründer und erster Direktor des Stadtmuseums Kassel: Einführung zur »Erinnerungsbilder«-Ausgabe von 1993

Die »Erinnerungsbilder« von Heinrich Schmidtmann gehören zu den anschaulichsten und liebenswertesten Quellen für die Geschichte des 19. Jahrhunderts in Kassel. Sie schildern Begebenheiten und Verhältnisse einer längst vergangenen Zeit so menschlich und lebensnah, daß sie auch den Leser ansprechen, der an der Fülle lokalgeschichtlicher Informationen nicht interessiert ist. Überall spricht uns der Erzähler selbst an, so daß er uns in seinem Werk so begegnet, wie es der Nachruf einer Kasseler Zeitung bei seinem Tode 1921 schrieb: »Eine hingebende, offene und gesellige Natur, dabei schaffensfreudig und für alle Schönheiten in Kunst und Natur empfänglich, für den Nächsten und die Allgemeinheit besorgt, ohne nach Anerkennung und nach Ämtern zu streben – das war Heinrich Schmidtmann!« [...]

Für manche der bisher [in der Reihe »Kassel trifft sich – Kassel erinnert sich] gewürdigten Persönlichkeiten war die kurhessische Haupt- und Residenzstadt nur das Forum ihres Schaffens, von dem sie angezogen wurden, von dem aus sie weit über die Stadt hinaus wirkten. Oft wurde Kassel dadurch verändert, aber häufig verließen die berühmten Bürger die Stadt sehr bald wieder und wandten sich anderen geistigen Zentren zu. Mit Heinrich Schmidtmann begegnet uns das alte Kassel selbst. Er stammte aus alter einheimischer Handwerkertradition und blieb dieser ebenso wie der Heimatstadt Kassel das ganze Leben lang innerlich verbunden.

Heinrich Schmidtmann wurde am 22. Februar 1842 in Kassel als Sohn des Lackierers Georg Ludwig (Louis) Schmidtmann geboren. Seine frühe Kindheit verlebte er im Hause seines Großvaters, des Seilermeisters Conrad Engelhardt, der in der nördlichen Altstadt (Müllergasse 21) das Gasthaus »Zum halben Mond« betrieb. Bei dem Maurer und Steinmetz Georg Löser schloß Schmidtmann seine Steinhauerlehre ab. Er besuchte die Bauhandwerkerschule in Kassel ebenso wie Kurse der kurfürstlichen Kunstakademie. Wegen der wirtschaftlichen Not der Familie konnte er die Ausbildung auf der Baugewerkschule in Holzminden nicht in gewünschter Weise fortsetzen, sondern mußte sich mit einem Semester begnügen (Wintersemester 1859/60). Als Geselle kam Schmidtmann 1860 nach Hannover, arbeitete dort zunächst als Steinhauer am »Welfenschloß«, dann als Bauführer an verschiedenen kommunalen Vorhaben und schließlich selbständig für private Auftraggeber.

Entscheidend war hier das Erleben einer wirtschaftlich blühenden und aufstrebenden Stadt, die sich mit ihrem freieren wirtschaftlichen Leben so auffällig von Kassel vor 1866 abhob. Unterschiedlich waren nun auch die Reaktionen der beiden Städte auf das gemeinsame Schicksal der preußischen Annexion von 1866. ln Hannover kam das Wirtschaftsleben zum Erliegen, Bauvorhaben wurden eingestellt und die Zukunft der einstigen Königsresidenz erschien ungewiß. ln Kassel beflügelten die »neuen Verhältnisse« das wirtschaftliche und geistige Leben der Stadt. So kehrte Heinrich Schmidtmann 1866 nach Kassel zurück, die Gewerbefreiheit (seit 1867) ersparte ihm auch den Aufwand der bisher notwendigen Meisterprüfung, so daß er nun eine einzigartige unternehmerische Aktivität entfalten konnte.

Schmidtmann nahm teil an der architektonischen Neugestaltung der Stadt, aber auch an ihrem gesellschaftlichen Leben. Mit einer eigenen Bauunternehmung, die bei den Großbauten der neuen Herrschaft wie der Gemäldegalerie (1871–1877) oder dem Regierungsgebäude (1876–1882) gemeinsam mit den Verwandten Zahn und Potente auftrat, prägte er das Stadtbild. Mit Privatbauten, insbesondere im neuen »Hohenzollernviertel« (Vorderer Westen) und in der Villenkolonie Wilhelmshöhe trieb er die Ausdehnung Kassels und seine Entwicklung zur Großstadt tatkräftig voran. Hier verwirklichte er auch eigene Entwürfe als Architekt. Er griff sogar mit eigenen Plänen in die Diskussion der großen Bauaufgaben Kassels um 1900 ein, wie seine Zeichnungen für eine Stadthalle im Fürstengarten am Standort des späteren Landesmuseums zeigen.

Schon in Hannover hatte Heinrich Schmidtmann das Leben in den bürgerlichen Vereinen und in der Loge kennengelernt Der persönliche Austausch dort hatte ihm seine Arbeit und sein Fortkommen wesentlich erleichtert. So trat er auf diesem Gebiet auch in Kassel als nimmermüder Anreger und Initiator auf: 1879 betrieb er die Gründung (23. Januar) des »Kasseler Ver­kehrsvereins«, den er als 1. Vorsitzender lange Jahre leitete, und er engagierte sich besonders im bereits am 2. November 1866 gegründeten »Verschönerungsverein«, dem er auch die zweite Auflage seiner »Erinnerungsbilder« widmete.

Ebenso setzte sich Schmidtmann ein für die Organisation des Handwerks, die Hebung seiner Ausbildung und seiner Stellung in der sich nun ausbildenden Industriegesellschaft Die alte kurhessische Höhere Gewerbeschule in Kassel (gegr. 1832) war nach 1866 zur »Gewerblichen Zeichenschule« abgesunken. lm Jahr 1888 erhielt »Herr Maurermeister Schmidtmann in seiner Eigenschaft als Mitglied der ›Wirtschaftlichen Konferenz‹ den Auftrag, beim Regierungspräsidenten dahin zu wirken, daß an der gewerblichen Zeichenschule ein Fachkurs für das Baugewerbe« eingerichtet würde. Dieser Fachkurs ist die Grundlage der späteren staatlichen Baugewerkschule, die dann als Ingenieurschule Teil der Gesamthochschule Kassel wurde. Die »Wirtschaftliche Konferenz« war Vorläufer und Ersatz für die noch nicht bestehende Gewerbe- bzw. Handwerkskammer. Am 28. April 1921 starb Heinrich Schmidtmann in Kassel.

Heinrich Schmidtmann war kein Schriftsteller, sondern er folgte dem Drängen von Freunden und Verwandten, sein Erleben in und mit Kassel zu Papier zu bringen. Seine »Erinnerungsbilder – Schilderungen und Erlebnisse aus früheren Jahren« waren nur für einen kleinen Kreis Vertrauter gedacht. Als sich weiteres Interesse zeigte, erschien 1907 eine kleine Auflage und wegen des großen Erfolges 1910 eine zweite, der die vorliegende Ausgabe folgt. Schmidtmann war von dem großen Wandel, der sich innerhalb seines eigenen Lebens vollzogen hatte, selbst fasziniert. Dies bleibt ein Grundthema seines Werkes. Er schrieb 1910: »Mögen meine Schilderungen dem Leser so recht vor Augen führen, wie anspruchslos und bescheiden die früheren Verhältnisse waren im Vergleich zu den heutigen – möge dieser Vergleich auf der anderen Seite aber auch dartun, was aus Cassel seit dem Beginn des von mir geschilderten Zeitabschnittes geworden ist ...« Schon zum Zeitpunkt des ersten Druckes 1907 erschien dem Leser im damals modernen, reichen Kassel, der jungen Großstadt mit über 100.000 Einwohnern, das von Schmidtmann gezeichnete Leben seiner Jugend wie das Bild aus einer versunkenen Kleinstadtidylle. Auch heute noch fasziniert der Wandel von der Postkutschenzeit zum technischen Fortschritt des beginnenden 20. Jahrhunderts. Hinzu kommt jetzt ein zweiter Sprung noch größerer Veränderung in den zurückliegenden 80 Jahren. Denn das Kassel, das Schmidtmann bei seinem Leser als erlebt und gegenwärtig voraussetzt, ist durch die Zerstörung 1943 und den Wiederaufbau endgültig untergegangen.

Der besondere Reiz der Schilderung Schmidtmanns liegt darin, daß er selbst aktiv zur Entwicklung beitrug: Er beschreibt den alten Posthof mit Kutschen und Stallbetrieb am Königsplatz, den Einbruch des Eisenbahnwesens mit dem Bau des Bahnhofes, die große Industrieausstellung in Kassel (1870) und die Reaktion der Kasseler Bürger auf die »neue Zeit«, die er so engagiert mitgestaltete. Immer erinnert er sich an seine Herkunft aus dem handwerklichen Milieu, an die harte Arbeit seiner Eitern, an die engen nachbarschaftlichen und verwandtschaftlichen Bindungen. Die reinlich bescheidene Biedermeierstube seiner Kindheit bleibt der Maßstab, als er mit vollem Bewußtsein aus diesen vorindustriellen Lebensverhältnissen heraustritt. Mit viel Liebe schildert er diese Weit, doch er verschweigt die wirtschaftliche Not, die unerfreulichen politischen Verhältnisse und die Härte des Daseinkampfes keineswegs. Das Gegenüber von »alter« und »neuer Zeit« wird in seiner Auseinandersetzung mit dem eigenen Vater exemplarisch dargestellt.

Der Fleiß, die Disziplin und die wagende Tatkraft von Schmidtmann und seiner Generation nötigen uns heute Bewunderung ab. Es ist die Generation, die Deutschland aus einer uns heute kaum vorstellbaren Armut – er schildert sie gerade für Kassel und die eigene Familie – zum Reichtum einer Industrienation führte.

Schmidtmanns Biographie ist beispielhaft für die Entwicklung der Gesellschaft während der industriellen Revolution in Deutschland, die er selbst als Aufstieg aus der vorindustriellen Handwerkerschaft zum Großbürgertum der Wilhelminischen Zeit erlebte. Das dichte Netz von erwähnten Verwandten, die einen ähnlichen Lebensweg hatten, wie in den Familien Hochapfel, Seidler, Engelhardt, belegen den Wert von Schmidtmanns »Erinnerungsbildern« als einer exemplarischen Quelle.

Hier erfahren wir den Optimismus der Revolutionsbewegung von 1848, die lähmende Stimmung in der kurhessischen Residenz- und Hauptstadt seit der Reaktion von 1850, die in diesen Kreisen freudig begrüßte Annexion sowie die Reichs- und Hohenzollernbegeisterung, die uns heute die Gründerzeit so fremd werden läßt. Die persönliche Betroffenheit des Autors erzeugt aber Verständnis und manche Erkenntnis. Schmidtmanns Schilderungen sind um so wertvoller, als er in Hannover 1866 eine ganz andere Stimmung kennengelernt hatte und sich mit dieser auseinandersetzte. Diese Erfahrung, wie auch seine Reisen, geben seinem Urteil eine Weltoffenheit, die bei aller Liebe zu Kassel frei von lokaler Enge bleibt. Daß dieses Leben dennoch immer den Einsatz für die Vaterstadt und ihr Wohl zum Ziel hatte, mag heute noch beispielhaft sein.

Leider können die Erinnerungsbilder nur in gekürzter Form neu herausgegeben werden. Besonderer Wert wurde auf eine umfangreiche Bebilderung gelegt, die heute, da das historische Stadtbild Kassels untergegangen ist, für die Vorstellung notwendig erscheint. [...]

Dem Kasseler Bürger wird mit den »Erinnerungsbildern« von Heinrich Schmidtmann eine einzigartige Fundgrube für die Geschichte des 19. Jahrhunderts wiedergeöffnet. [...] Seiner Zielsetzung getreu, die Geschichte der Stadt für die Zukunft fruchtbar zu machen, wünscht das Stadtmuseum allen Bürgern Freude an der Stadtgeschichte, vielfältige Erkenntnisse und – ganz im Sinne Schmidtmanns – die Ermutigung, sich für das Wohl Kassels einzusetzen.

(Dank an Karl-Hermann Wegner.)

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