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Friedrich Forssman
Schloßteichstraße 3
34131 Kassel
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Mai 2020: Das Kapitel ist überarbeitet.
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Dank und Nachweise am Fuß der Seite.

Park Wilhelmshöhe

Inhalt dieser Seite

• Domäne Wilhelmshöhe

• Schloß und Nebengebäude:
1. Schloß Wilhelmshöhe
2. Ballhaus
3. Großes Pflanzenhaus
4. Marstall
5. Schloßhotel
6. Wache
7. Post
8. Remisen
9. Reithalle
10. Kavalierhaus
11. Gewächshäuser

• Wirtschaft am Herkules und Kaskaden-Restaurant

• Im Bergpark Wilhelmshöhe:
• Die Große Fontäne
• Die Plutogrotte
• Sokrates’ Hütte
• Felseneck
• Die Löwenburg
• Steinhöfer-Wasserfall und Aschsee
• Der Neue Wasserfall
• Der Lieblingsplatz der Kaiserin
• Fuchslöcher


Domaine. Aus einem Trambahn-Spiel von 1877 (Nachdruck 1984).*13 – »bleibt links liegen und stört den Verkehr nicht.«*5


X Ca.1920: Luftaufnahme des Domänen-Gutshofs Wilhelmshöhe. Diagonal dahinter die Wilhelhöher Allee, links oben die Greveler’sche Kurklinik, Wigandstraße 1–3.*4


Ca.1920: Links hinten das Straßenbahn-Depot.*4


X Ca.1920: Mäharbeiten auf dem Domänengelände am Rammelsberg.*4


X Blick auf die Domäne, aufgenommen vom Dach der Klinik Dr.Greger, Burgfeldstraße 17. Das helle Haus hinten links am Rammelsberg ist das Hotel Schombardt, später Elisabethenhaus der Zimmer-Stiftung.*1


X »Johannes Hasse / Erinnerung am 2.März 1929 bei der Domäne Wilhelmshöhe«.*5


Ca.1955: Die »Ochsenallee« von Kirchditmold zum Schloßgelände über das freie Domänenland.*5


Ca.1965: Der Gegenblick über die Schloßruine.*5


Ca.1970: Im Vordergrund die neuerbaute Orthopädische Klinik, zwischen ihr und der Villenkolonie liegen Felder der Domäne, deren Gebäude ganz rechts liegen.*5


Ca.1975: Das Gebäude des HR ist errichtet – rechts des Wäldchens, das auf dem Bild darüber in der Bildmitte zu sehen ist.*5


Ca.1995: Die Kurhessentherme ist erbaut, wie auch die Wohnanlagen rechts unten im Bild. Die Domänen-Scheune an der Wilhelmshöher Allee steht kurz vor dem Abriß.*5


1970: Die Domänen-Scheune.*23

Domäne Wilhelmshöhe

»Das Kurfürstliche Schloß Wilhelmshöhe liegt eine starke Stunde weit von Cassel, auf einer Anhöhe am Fuße des Karlsberges. Der Weg dahin führt durch die Wilhelmshöher Vorstadt [der Oberneustadt], in einer schnurgeraden Allee von Linden. [...] Der ganz im englischen Geschmack angelegte Garten daselbst hat einen Umfang von einer teutschen Meile. Schon am Fuße des Gebirges, gleich hinter dem Dorfe Wahlershausen, nehmen die Anlagen ihren Anfang. An der linken Seite der Chaussee siehet man die herrschaftliche Meierey; gegenüber, an der rechten, einen größtentheils mit Nadel-Gehölz bepflanzten lieblichen Hügel.«*16

Die ehemalige Meierei, Domäne oder auch Gutshof geheißen, mit ihren für den landwirtschaftlichen Betrieb notwendigen, für die ästhetik des Landschaftsgartens unverzichtbaren Feldern und Wiesen, bildete mit dem Park eine künstlerische Einheit.

Hier klicken für eine Ansicht der Domänengebäude um 1830.


Die Domänengebäude, ca.1930. Rechts schräg die Wilhelmshöher Allee, oben links die Kurklinik Greveler.*4


Berta Martin: Aquarell der Domäne aus einer Kassel-Mappe. Hinten links die Grevelersche (bzw. Eisenbahner-)Kuranstalt, Wigandstraße 1–3.*5


Ca.1965: Luftbild von Wilhelmshöhe. Das Schloß (Mitte) ist noch die kriegsbeschädigte Ruine. Und noch keine der inzwischen begangenen Bausünden hat die Domäne Wilhelmshöhe (rechts im Bild die hellen Felder, südlich der quer verlaufenden Wilhelmshöher Allee weitere helle Felder und die Gebäude) und die Villenkolonie (unten im Bild) heimgesucht.*5

Auf den bis 1965 freien Fluren errichtete man von der Stadt aus gesehen linker Hand (also im Norden) die Bauten verschiedener Wohnanlagen, die Orthopädische Klinik, in den 80er Jahren die Kurhessentherme und die Habichtswaldklinik, und unter Abriß wesentlicher Gebäude der Domäne den nordhessischen Nebenableger des Hessischen Rundfunks. Rechter Hand wurde in den 70er Jahren das bis dahin kaum auffällige Straßenbahndepot stark erweitert und die Parkseite des Rammelsberges häßlich überbaut (von der »Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau«).

Herrn Armin Ruda danke ich für den Hinweis auf zwei HNA-Artikel zur Überbauung des Geländes, aber auch zur Rettung von Teilen der Domäne: »Längst nicht mehr das Dorf mit Straßenbahn«, 5.April 1980 / »Bürger wünschen ›Domäne‹ als Treff in Wilhelmshöhe«, 4.Dezember 1980. Auf die Titel klicken für PDFs.

Allein die Wiesen südöstlich der Drusel (zwischen Baunsbergstraße und An den Eichen), die innerhalb der Wendeschleife der Linie 1 sowie die angrenzenden Äcker auf der Parkseite des Rammelberges blieben verschont und bilden der Rest der Feldflur, die einst fünf Kilometer weit von Kassel bis zu den historischen Anlagen von Wilhelmshöhe reichte. Sie sind Teil der Pufferzone des UNESCO-Welterbes – und damit hoffentlich einigermaßen geschützt. Wie sinnvoll auch hier das Welterbe-Prädikat ist, zeigt sich an den mhk-Plänen in den 2000er Jahren, das schöne Feld in der Wendeschleife mit einem Groß-Parkplatz zu verschandeln.


1970: Die Domänenscheune von der Wilhelmshöher Allee aus. Sie wurde nicht saniert, sondern in den 90ern abgerissen, zugunsten eines Open-Air-Geländes des hr; der Sockel wurde dabei teilweise erhalten.*23

(Nach oben zum Seiten-Inhaltsverzeichnis.)


X Ca.1900: In zahllosen Varianten von 1900 bis 1930 beliebte Postkarte: Schloß und Schloßnebengebäude von Osten.*5


Luftaufnahme von ca.1953: Man sieht den im Krieg beschädigten, aber erst nach dem Krieg ausgeweideten Mittelbau des Schlosses. Rechts die Baustelle des neuen Schloßhotels.*5


X Luftaufnahme von ca.1958: Das neue Schloßhotel ist fertig, das Schloß ist noch Ruine.*5

Schloß Wilhelmshöhe, Schloßhotel, Marstall, Wache und die weiteren Nebengebäude


1795: Schloß und Nebengebäude. Auf das Bild klicken für eine Ausschnitt-Vergrößerung; hier klicken für das ganze Bild.*12

»Mit Wilhelms [IX] Entscheidung, ein Corps de logis [den Mittelbau des heutigen Schlosses] zu erbauen, verbindet sich für Schloß Wilhelmshöhe eine durchgreifende Funktions- und Bedeutungserweiterung vom Sommerlustschloß zum Sommerresidenzschloß, das nunmehr den gesamten Hofstaat aufnehmen konnte. [...] ›Zu gleicher Zeit ließ der Regent auch alle zu einer großen Hofhaltung erforderlichen Nebengebäude errichten, nämlich einen Marstall, ein Wagenhaus, Geschirrhaus und alle Wohnungen für die bei Hofe angestellten Personen.‹« (Dittscheid.*8)

Ein Bericht von Heidelbach darüber, wie sich 1796 bei einem Gang die Schloß-Nebengebäude aufreihten, findet sich am Ende dieses Teil-Kapitels, beim Eintrag »Gewächshäuser«.


X Das Areal der Schloß-Nebengebäude aus der Luft,
aufgenommen von Nordwesten, ca.1925.*5

Inhalt dieses Teilkapitels:

  1. Schloß Wilhelmshöhe
  2. Ballhaus
  3. Großes Pflanzenhaus
  4. Marstall
  5. Schloßhotel
  6. Wache
  7. Post
  8. Remisen
  9. Reithalle
  10. Kavalierhaus
  11. Gewächshäuser

Alle Gebäude auf dem Foto mit Ausnahme des Schloßhotels sind erhalten. Ein größeres Bild ohne die Zahlen öffnet sich beim Klicken auf die Abbildung.


X Stereofoto: Schloß und »Boulingrin« vom Apollo-Tempel aus, ca.1900.*5


Stereofoto: »Der Erste Großdeutsche Reichskriegertag. Aufnahme: Prof. Heinrich Hoffmann, München.« Raumbild-Verlag [1939].*5


Das beschädigte Schloß um 1950.*5


Vier Fotos des beschädigten Schlosses. Es gibt freilich auch Nachkriegs-Aufnahmen, an denen man sieht, daß die Schäden zunächst viel geringer waren.*5

1 – Schloß Wilhelmshöhe


Ca.1900: seltene Stereoaufnahme. Gedrucktes Rückseiten-Etikett: »Nro.351. Wilhelmshöhe, der Bildersaal im Schloss«.*5

* * *

Aus einem Positionspapier des Vereins »Bürger für das Welterbe e.V.« zur Planung der Museumslandschaft Hessen-Kassel, ca.2002:

»1998 beginnt der Umbau des Corps de Logis, des Mitteltraktes des Schlosses Wilhelmshöhe. Dieser Mittelbau war im Krieg beschädigt, aber nicht zerstört worden, nach dem Krieg waren im Erdgeschoß noch die Antiken in den klassizistischen Original-Räumen ausgestellt. Um 1950 war die zu großen Teilen noch erhaltene klassizistische Inneneinrichtung bis auf die Außenmauern ausgeweidet worden, und 1974 wurde der Torso zur Galerie der Alten Meister ausgebaut. Weder wurde die Kuppel wiederhergestellt, noch wurden die einzig passenden Sprossenfenster verwendet. Wegen Baumängeln mußte das Museum 1997 geschlossen werden. Auf undemokratische und denkmalschädigende Weise wurde beschlossen, das Schloß möglichst wenig wie ein Schloß und möglichst stark wie ein Museum aussehen zu lassen, was zum Bau eines das historische Gebäude weiter zerstörenden Glasdaches führte. Undemokratisch, weil die Kuppel trotz anderer Wünsche der Kasseler Bevölkerung nicht wiederhergestellt wurde, denkmalschädigend, weil das trotz klarer äußerungen des Präsidenten der ICOMOS geschah, der das als fatalen Fehler bezeichnete. Im Jahr 2000 wird das entstellte Schloß als Museum der öffentlichkeit zugänglich gemacht.«

* * *


Das Corp des Logis ist zerstört?: Noch lange kein Grund, nicht die Kuppel draufzuretuschieren. Postkarte, 1968 gestempelt.*5

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)

Hier ein Link auf ein lustiges Bild (Foto Marburg) von 1970 – das Ballhaus, umgeben nicht von einem Park, sondern von einem Parkplatz.

Hier ein Link auf eine Zeichnung der Umbauplanung von Johann Conrad Bromeis (Graphische Sammlung der mhk).

2 – Das Ballhaus (Schloßpark Nr.5) war ursprünglich ein Theater, das Jérôme Bonaparte im Jahre 1810, während der französischen Besatzungszeit, von seinem Hofarchitekten Franz Carl Leo v. Klenze (1784–1864) in nur 9 Monaten errichten ließ.

Jérome ließ das gläserne Speisehaus des chinesischen Dorfes Mou-lang abtragen und zwischen Schloß und Theater einsetzen, auf daß er trockenen Fußes in den Saal hinüberwandeln könne. Nach seiner Rückkehr ließ Kurfürst Wilhelm I. das Theaterchen nicht abreißen (wozu ihn der Ärger über Jérôme nach Berichten beinahe getrieben hätte).

Nach weiteren 15 Jahren Theaternutzung wurde das Gebäude 1828 von Johann Conrad Bromeis (1788–1855) zu einem »Tanzsaal« umgebaut, »welchem Zweck es aber nur wenige Male gedient hat.«*10/324

Das Ballhaus ist in den 1990er Jahren sehr schön wiederhergestellt und das Umfeld nach Plänen von Maren Brechmacher-Ihnen wieder mit Kastanien bepflanzt worden.

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)


X Ca.1900: Das »Palmenhaus« (Großes Gewächshaus, Neues Pflanzenhaus, Großes Pflanzenhaus) von Westen.*5


1902. Parkseite. Rückseite der Postkarte: »Hôtel Ridinger Schloss und Café Mulang«, siehe »Villenkolonie« / Löwenburgstraße 1–3.*5


1909 gestempelt. »Partie am Gewächshaus«.*5


Ca.1920. Elegante Menschen und Autos hinter dem Pflanzenhaus.*5

3 – Das Große Pflanzenhaus (Schloßpark Nr.7), 1822 von Johann Conrad Bromeis erbaut, ist eine der ältesten Stahl-Glas-Konstruktionen Europas und wurde offensichtlich nach englischen Glashausformen errichtet. Der ursprünglich ovale Mittelsaal, der als Festsaal diente, wurde 1887 durch eine höhere kubische Konstruktion ersetzt (Architekt: Baurat Jacob Neumann) und als Palmenhaus benutzt.*6

Hier klicken für eine Lithographie des Gewächshauses mit ovalem Mittelbau, nach 1823.


Vor dem Schloßhotel, um 1880: Noch hat das Pflanzenhaus (links) seine Bromeis-Kuppel.*11


Ca.1965. Postkarten vom Pflanzenhause.*5

* * *

Das parkseitige Vorfeld des Pflanzenhauses wurde 2002/2003 nach Plänen von Maren Brechmacher-Ihnen wiederhergestellt.

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)


Ca.1900: Blick von Westen. Links Marstall, rechts Hotel Schombardt.*5


Der Marstall kurz nach dem Krieg. Noch steht »[Arb]eitsdienst der NSDAP – Marstall« über der Tür, aber schon stehen Briten davor. Im Marstall war der »Kraftfahrpark des Reichsarbeitsdienstes« untergebracht.*7

4 – Der Marstall (Schloßpark Nr.16) wurde 1762 errichtet und 1790/91 erstmalig umgebaut. Damals wurde mit Materialien, die beim Abbruch des Jagdschlosses Weißenstein des Landgrafen Moritz (an dessen Stelle Wilhelm IX ab 1786 das Schloß Wilhelmshöhe erbauen ließ) angefallen waren, ein neues Obergeschoß aufgebaut; das Renaissance-Dachtürmchen des Jagdschlosses kam als Krönung über das Hauptportal des Marstalls; »Die im Giebel angebrachte Uhr darf als ein Rest des Weißensteiner Schlosses angesprochen werden«.*12 (Nach anderen Quellen stammt das Türmchen nicht vom alten Weißensteiner Schloß; ich beharre aber aus Gründen der Romantik darauf.)

Im neuen Obergeschoß wohnte auch Jussow, nachdem er die »Bagatelle« (siehe »Chinesisches Dorf«; siehe auch »Villenkolonie« / Mulangstraße) verlassen hatte. Der Bau wurde von Kurfürst Wilhelms II Zeiten bis 1901 als Kaserne und für Wohnzwecke benutzt, danach nur noch für die kaiserlichen Pferde und Wagen. Heute dienen seine Obergeschosse wieder als Wohnungen, die großen Erdgeschoßräume der Parkverwaltung.

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)

Das alte Gasthaus (nicht zu verwechseln mit der Gastwirschaft bei den Remisen, siehe dort):


1926: Das alte Gasthaus in den Obstgärten, Teil der Waldschule. Abgerissen 1966. – Aus einem Fotoalbum einer Kasseler Töchterheim-Schülerin.*5

* * *

Hotel Schombardt:


X Ca.1890: Detailreiche Aufnahme des Schloßhotels.*2


X Ca.1890: Blick aus der Wache auf die östliche Seite des Schloßhotels, also diejenige, die auf Kassel blickt. Hinten Wo noch die Straße zu sehen ist, baute Tessenow die Terrassen.*11


1901 datiert.*5


X Ca.1900.*5


X 1898 gestempelt.*5

* * *

Grand-Hotel Wilhelmshöhe:


1905 gestempelt.*5


X 1912 gestempelt: Blick von Westen, links das Hotel, dahinter Wache und Post, rechts Begrenzungssteine des Pflanzenhaus-Areals.*5


1911 gestempelt: »Teil der Halle u. Veranda im Konzertgarten«, gewiß an der Ostseite.*5


Ca.1910: Die Terrasse vor der Hauptfassade.*5


1914 gestempelt (und fälschlich »Hotel Schombardt« beschriftet).*5


X 1915 gestempelt.*5


X 1916 gestempelt: Das Hotel von Osten, links das Dach des Pflanzenhauses.*5


X Ca.1915: Der Vorgarten des Hotels.*5


X Ca.1935: Vorplatz des Hotels, hinten das Türmchen auf dem Marstall.*5



Ca.1935: Zwei Bilder der Terrasse an der Ostseite, umgestaltet von Heinrich Tessenow; hinten Remise und Gasthaus.*5


X Ca.1935: die Terrasse in der anderen Richtung, hinten das Wachgebäude.*5


X Ca.1935: Blick von der Terrasse ins Tal, also gen Rammelsberg.*2


Ca.1940.*5


X Ca.1935: Schlittenfahrt vor dem winterlichen Schloßhotel.*4

* * *

Mir liegt das PDF eines Gästebuches vor, 10. Oktober 1933 bis 30. Oktober 1942. Danach noch einige Fotos, zum Schluß solche des zerstörten Hauses. Ich weiß nicht mehr, woher ich dieses PDF habe. Bei Interesse (oder wenn jemand die Rechte hat) bitte melden.


Nach dem Krieg: das ausgebrannte Schloßhotel.*4

* * *

Der Nachkriegsbau:


1958 gestempelt. Mit Borgward Hansa 1500.*5

Ein Hotelprospekt von ca.1955*5:


(Seite 1)


(Seite 2)


(Seite 3)


(Seite 4)


1958 gestempelt.*5


X 1970er Jahre. Rückseiten-Aufdruck: »Schloßhotel Wilhelmshöhe – Hauptsitz der Behaglichkeit«.*5

5 – Das Schloßhotel steht dort, wo Friedrich II zunächst im Jahre 1767 ein Gasthaus hatte errichten lassen, »dessen Bewirtschaftung dem ›Coffetier‹ Lambeim übergeben wurde. Früher hatte sich eine Wirtschaft in der nahen Klostermühle befunden, an deren Stelle dann die ehemalige Hofgärtnerwohnung trat. Auch die jetzige Hofgärtnerwohnung wurde damals als Kavalierhaus erbaut, und ebenso ein Marstall und verschiedene andere kleine Stallungen.«*10

»Es bestand aus dem Hauptbau, der mit dem Marstall gleiche Richtung hatte, zwei abgetrennten Nebenflügeln, die wie der höher gezogene Hauptbau als zweigeschossige, mit Mansardendach versehene Putzbauten erscheinen, und einem hinteren Stallgebäude. Diente der Westflügel zeitweise als Amtshaus und Beamtenwohnung, so befand sich im Ostflügel die Wache, das Logis des Baukondukteurs und eine Stallung. Der Hauptbau, in dem einzelne Zimmer für die Zwecke des Fürsten reserviert blieben, wurde zwecks Ausübung des Schankbetriebes an Privatleute verpachtet, ›welche zu dieser Pachtung Lust und die nöthigen Qualitäten haben, auch sonst in gutem Ruf und Vermögens Umständen sind‹. [...] Das gesteigerte Bedürfnis und die mangelhafte Geschäftsführung des Gasthauspächters führten schließlich dazu, daß noch ein zweites Wirtshaus eingerichtet wurde, das vorzugsweise für geringere Leute und die umwohnenden Bauern bestimmt war, wenn sie auf dem Amte zu tun hatten.«
  Dieses Gasthaus beherbergte auch Adolf Freiherr von Knigge 1796, zwei Jahre, bevor er sich mit Landgraf Friedrich II. anfreundete und Mitglied des Kasseler Hofstaates wurde. Hier klicken für einen HNA-»Blick zurück« über Knigge in Kassel. – Das Gebäude wurde um 1826 abgetragen und in den Wilhelmshöher Obstgärten neu aufgebaut, der heutigen »Waldschule«. Das klassisch-schöne Gebäude wurde erst 1966 abgerissen, sechs Jahre, nachdem das Land Hessen es an die Stadt Kassel abgegeben hatte.

* * *

Das neue Gasthaus auf dem Schloßplateau wurde von J.C. Bromeis entworfen. Hier ein Link auf den ersten und hier ein Link auf den zweiten Entwurf des neuen Hauses von Johann Conrad Bromeis (Graphische Sammlung, mhk). Im Entwurfsprozeß wurde das Haus immer nüchterner, paßte sich aber auch gut in die vorhandene Umgebunge ein:


X J.C. Bromeis: Zeichnungen zum Schloßhotel. Oben: Ansicht von Süden (Vorderfront). Unten: Ansicht von Osten (von der Wache her). So wurde es errichtet und am 15. Mai 1826 eröffnet.*4

Die Fassade wurde bald um einen Vorbau erweitert: »Da ›die Plantage vor dem großen Ballsaal [der Vorgarten des Hotels] wegen Zugwindes auf derselben nicht allzeit von Besuchern der Wilhelmshöhe benutzt werden‹ konnte, schuf man 1850 vor dem Gasthause den ›Perron‹, den im folgenden Jahre Engelhard mit einem Vorbau aus Eisen und Glas überdeckte.« Auf den Fotos der Zeit um 1900 fehlt dieser Vorbau freilich; später kam wieder einer hinzu.*10

* * *


Hôtel Schombardt. Aus einem Trambahn-Spiel
von 1877 (Nachdruck 1984).
*5

Von ca. 1850 bis 1899 wurde das Haus von Carl Schombardt geführt (siehe auch Hotel Schombardt am Fuße des Rammelsbergs und »Hotel Weissenstein« auf dieser Seite).


Um 1900: Stereo-Aufnahme des Schloßvorplatzes mit Hotel.*5


Um 1900: Werbeheft des Hotels mit Bild-Leporello, das Ansichten aus dem Park Wilhelmshöhe zeigt. Beim Klicken auf das Bild öffnet sich eine Ansicht, die auch die Rückseite des Heftes und die innere Umschlagseite zeigt.*5

* * *

Schombardt verpachtete das Hotel 1899 an Hoflieferant Adolf Stecker, der es völlig neu einrichtete und als »Grand Hôtel Wilhelmshöhe« führte.


Postkarte mit Werbestempel. Auf das Bild klicken: Es öffnet sich ein Fenster mit der Vorderseite: »Der aufmerksame Ehemann« wirbt dafür, daß man seine Gemahlin sonntags ausführe, ein zusätzlicher Gedicht-Aufkleber Steckers sagt, wohin: »...  am Sonntag man bei Stecker speist ...«.*5


Zwei Menükarten. Links wohl eine Privat-Bankett-Karte vom 16.Juli 1902, also schon zu Stecker-Zeit, aber noch auf einem (wohl einfach noch vorhandenen) Schombardt-Vordruck. Rechts eine kleine Abendkarte von ca.1910.*5


Aus einem Reiseführer von etwa 1920. Holzschnitt: Karl List.*5

* * *

Am 27. April 1930 wurden die drei neuen östlichen Terrassen eröffnet, umgestaltet vom Architekten Heinrich Tessenow (1876–1950, einer der großen Architekten des 20.Jahrhunderts, der in Kassel auch die Malwida-von-Meysenbug-Schule entworfen hat, die heutige Heinrich-Schütz-Schule). Hier klicken für einen HNA-»Blick zurück«-Bericht über die Tessenow-Terrassen. Auch die bis dahin recht karge (talseitige) Ostfassade wurde mit Tessenow-typischen Pergolen ausgestattet. Zwei Türen kamen neu hinzu, die zum »Großen Festsaal« führten, einem Saal, dessen Decke noch auf Betreiben des Kurfürsten Wilhelm I mit Weinranken bemalt war – Bemalungen, die Tessenow gerne hätte entfernen lassen, was der Denkmalschutz nicht zuließ. (Eine Anekdote, die Hermsdorff berichtet, sei der atemlosen Welt weitergetragen: »Es heißt, Wilhelm habe das Werden der Decke höchstpersönlich überwacht und aufgepaßt, daß die Maler auch immer schön bei der Arbeit waren. Die Maler sollen auf den Trick verfallen sein, ihre Arbeitshosen mit daranhängenden Stiefeln vom Gerüst herabbaumeln zu lassen. Der von gewisser Entfernung aus kontrollierende Fürst glaubt dann, es werde gearbeitet und war zufrieden.«) Die neuen Terrassen faßten bis zu 1200 Besucher und waren bald außerordentlich beliebt. – Der damalige Kasseler Regierungsbaurat Walter Morin soll Tessenows Arbeit recht gefördert haben.

* * *


Hotelsilber aus dem alten Schloßhotel: zwei flache Kännchen.*5

* * *

Im Zweiten Weltkrieg war das Schloßhotel Militärstandort (hier ein Link auf einen HNA-Artikel zum Thema). 1945 brannte das Haus bis auf die Grundmauern aus.

* * *

Um 20 Meter in der Bauflucht zurückversetzt, wurde 1955 ein zeittypischer Hotel-Neubau (Schloßpark Nr.8) eröffnet, der 60m weiter hinten steht als das alte Hotel; Architekten: Paul Bode und Werner Noell. Der erste Hotelier des todschicken Hauses war Hans Arnold.


Der Neubau, ca.1960. Die Tessenow-Terrassen wurden, wie man sieht, wieder hergerichtet – fielen aber in den 90er Jahren unfaßlicherweise einem banalen Spielhöllen-, äh: Casino-Anbau zum Opfer. Jenes Interregnum ist zum Glück vorbei. Heute (2020) ist dort der Gartenbereich des Schloßhotel-Spa (oder sagt man »Spas«?).*5

Etwa 2010 kam das Haus in neue Hände (hier ein Link auf die Website), wurde renoviert und wird hiermit warm empfohlen – die Aussicht aus dem Dach-Glaskasten-Zimmer auf Schloß und Löwenburg, auf den Herkules und über das Domänenland auf die Stadt ist spektakulär (auf die Wörter klicken für Fotos von FF und Cornelia Feyll). – Zum Schluß: Erwachen im Schloßhotel – mit Schloßblick.

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)


X Ca.1905: Blick von etwas unterhalb des »Kaleschen-Wegs«, der von der Chaussee zur Talseite des Schlosses führt, nach Norden auf Wache und Hotel.*5


X Ca.1905: Blick von Osten. Rechts die Wache, links hinten das Pflanzenhaus.*5


X Ca.1890: Wachwechsel.*11

* * *


Ca.1955: »Schloß-Café mit Terrasse im Park Wilhelmshöhe – Inh. O.Märtens – eigene Konditorei«.*5


Ca.1965, Rückseiten-Text wie oben.*5

6 – Die Wache (Schloßpark Nr.6) wurde im »Berliner Stil« 1824–1826 von Johann Conrad Bromeis erbaut. Hier ein Link auf eine Fassaden-Zeichnung Bromeis’ (Graphische Sammlung der mhk, dort noch viele weitere Dokumente zur Wache).

Sie steht an der Stelle, wo während des Baus des Schlosses ein Pferdestall errichtet worden war, der 1792 zu einem Tanz- und Konzertsaal umgebaut worden war samt Obergeschoß-Wohnung für den Hofgärtner Mohr.*10 Dieser Bau war dem Gasthaus, dem Vorgängerbau des Schloßhotels, angegliedert, diente also nicht für Hof-Festlichkeiten.*9


Um 1900: Schneidige Wache vor der Alten Wache.*5


10.2.1919: Mitglieder der Obersten Heeresleitung vor der Wache. In der Mitte Paul von Hindenburg. Rechts von ihm wohl Erich Ludendorff. Rückseite des Fotos: »Die letzten Grüße aus Wilhelmshöhe meine Lieben. Euer Klamande(?) Wilhelmshöhe, den 10/2 19«, hier klicken für ein Bild der Rückseite.*5
  Hier klicken für einen HNA-»Blick zurück«-Bericht, in dem unter anderem genau dieses Foto kommentiert wird. Und hier ein weiterer »Blick zurück« zu Hindenburg 1918 in Wilhelmshöhe.
  Das »Große Hauptquartier« war nach dem 1. Weltkrieg ins Schloßhotel Wilhelmshöhe verlegt worden. Hier ein Bericht auf lagis-hessen.
  Siehe auch den Eintrag »Gasthaus Wimmer« im Kapitel »Stadtteil Wilhelmshöhe«.

* * *

Das Haus wurde in den 50er Jahren zum Schloß-Café umgebaut; heute (2020) ist es das ganz reizende und höchst empfehlenswerte Café und Restaurant »Alte Wache«.

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)


1905 gestempelt: »Grand Hôtel Wilhelmshöhe – Wache u. Postamt«. Rückseite: »Grand Hôtel Wilhelmshöhe Inh. Adolph Stecker«.*5

7 – Die ehemalige kaiserliche Post (Schloßpark Nr.4) dient schon lange nicht mehr als solche (schon gar nicht als kaiserliche), sondern bis 2007 als Gästehaus der Staatlichen Museen, seitdem ist dort die Museumspädagogik der mhk einquartiert. Das freundliche Gebäude wurde 1897 errichtet – und ein Briefkasten ist daran immer noch angebracht und in Betrieb.

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)


X 1890: Remise und Gastwirtschaft. Das Bild ist beschriftet: »Hofraum des Marstalls 1890«.*11 – Hinter dieser vorderen Remise Nr.10, also nördlich von ihr, war damals und ist heute noch ein weiteres U-förmiges Remisengebäude, Nr.12, das mit der Rückseite des abgebildeten einen Innenhof bildet und zum Tal hin auf einem hohen Sockelmauerwerk steht. Die vordere Remise, Nr.10, ist heute etwas übersaniert und enthält Tagungsräume des Schloßhotels. – Das Gastwirtschafts-Gebäude ist nicht mehr vorhanden.


X Ca.1930: die vordere Remise.*4


X Ca.1890: Blick aus der Wache
auf die Ostseite des Schloßhotels.
Hinten die vordere Remise und ganz rechts die Gastwirtschaft.*11

8 - Die Remisen (Schloßpark Nr.10, vorn und 12, hinten) und die Gastwirtschaft hinter dem Schloßhotel waren wohl im frühen 19. Jahrhundert als Garde-Gendarmerie-Kaserne erbaut worden; sie dienten um 1825 jedenfalls zu diesem Zweck. Später wurden die Remisen vom Schloßhotelbetrieb mitbenutzt, als Garagen und wohl auch Angestellten wohnungen. Die Gastwirtschaft wurde als solche unabhängig vom Schloßhotel betrieben.


1915 gestempelt. »Gastwirtschaft P.Lipphardt (hinter Schloßhotel)«.*5


1924 gestempelt. »Gasthaus Wilhelmshöhe A.Göhler«.*5

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)


X 1871: Die Reithalle. Der auf Schloß Wilhelmshöhe nach der Schlacht von Sedan gefangengehaltene Napoléon III inspiziert die Artillerie. Napoléon III war der Neffe von Jérôme Bonaparte, der von Wilhelmshöhe aus das Königreich Westphalen (1807–1813) regiert hatte.*11 – Zu Napoléon auf Wilhelmshöhe: hier klicken für einen HNA-»Blick zurück«-Bericht.

9 – Die Reithalle (Schloßpark Nr.14) verdient wegen der ungewöhnlich weiten trägerlosen Dachkonstruktion Beachtung. Dieses Fachwerkhaus hat seit seiner Erbauung (nach Heidelbach 1797*10/257, nach Holtmeyer 1789*12) fast unverändert überlebt und steht unter Denkmalschutz.


Restaurierung der Reithalle, ca.1970.

Zum nebenstehenden Bild: »Am 30. September besichtigte Napoleon die in Wilhelmshöhe einquartierte Reservebatterie. Der Gouverneur, Graf Monts, war zugegen. Der Batteriechef, Hauptmann Spangenberg, hielt ihm einen interessanten Vortrag über die Funktion und die Bedienung der Geschütze.«*14/337

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)
10 – Das Kavalierhaus (Schloßpark Nr.18), das noch aus der Weißensteiner Zeit stammt, also älter ist als das Schloß Wilhelmshöhe, ist »ein zweigeschossiges Wohngebäude von rechteckigem Grundriß mit ausgebauter Mansarde. Das Haus, das 1788 [vom Hofgärtnerhaus] zum Kavalierhaus eingerichtet wurde, zu Jérômes Zeit für den Gouverneur und den Pagen bestimmt war, und jetzt wieder die Dienstwohnung des Hofgärtners enthält [heute dient das Haus der Staatlichen Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen als Büro und Wohnung], steht nicht mehr auf dem alten Platze. Bei der gründlichen Umgestaltung der Nebenanlagen wurde es 1825 um ein erhebliches Stück zurückgerückt [dies geschah unter Leitung Bromeis’; das Haus wurde um 20 Meter in einem vielbeachteten Ingenieurs-Kunststück auf die heutige Position versetzt, wozu Fenster, Türen und aus den Holzgefachen die Backsteine entfernt wurden, um die Bauflucht Kavalierhaus-Marstall-Hotel einzuhalten. Kurfürst Wilhelm II wollte zu jener Zeit das Kavalierhaus für seine Geliebte, die Gräfin Reichenbach, herrichten lassen.*6] Bei dieser Gelegenheit erhielt es auch den in Stuck aufgetragenen Palmettenfries zwischen den beiden Geschossen. Hinter dem Wohnhaus hatte der zugehörige Geräteschuppen seinen Platz, der ebenso wie der 1783 hinzugekommene Kavalierpferdestall bei Einrichtung der Kunstgärtnereien und Treibhäuser fiel.«*12
(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Schloß-Nebengebäude«.)

Zwei Fotos von Tilman Störmer, 1970*23:


Siegeloblate der Hofgärtnerei, ca.1900.


11 – Die Gewächshäuser stehen seit dem späten 18. Jahrhundert an dieser Stelle im Westen des Gebäudekomplexes.

Zu ihren Vorgängern schreibt Heidelbach: »Als Ersatz für das alte, oberhalb des Kavalierhauses gelegene Treibhaus, das nur noch als Blumentreibhaus benutzt wurde, ließ der Landgraf [Wilhelm IX.] (etwa 1794) drei neue Treibhäuser anlegen. Das Haupttreibhaus bestand aus einem großen Pavillon, der als Speisesalon benutzt wurde, und 23 Stuben. Unter den der Pflege des Hofgärtner Mohr unterstehenden Gewächsen wurde besonders ein Pisang [eine Bananenpflanze] angestaunt, der 1797 in einem Alter von vier Jahren eine solche Höhe erreichte, daß die 16 Fuß hohe Stube um 10 Fuß erhöht werden mußte. Wenn man die am Nordabhang des Schloßberges entlang führende Straße herauf kam [wie man es noch heute tut, wenn man von der Endhaltestelle der Linie 1 zum Schloßhotel geht], hatte man die Treibhäuser, hinter denen der herrschaftliche Gemüsegarten lag, zur Rechten. Die kleinen, terrassenartig ansteigenden Treibhäuser, in deren kleinen Vorgärten Fontänen sprangen und in denen sich besonders im Winter eine üppige Blumenpracht – es waren der Zeit entsprechend vorwiegend Rosen, Levkojen, Nelken – darbot, wurden von den Gärtnerburschen gegen ein kleines Trinkgeld gezeigt. An die Treibhäuser schloß sich, gleichfalls an der steilen, für Fuhrwerke nur mühsam zu befahrenden Straße und an der Stelle des heutigen Wachthauses gelegen, der zum Gasthaus gehörende öffentliche Tanzsaal (1789) an, hinter dem ein neues Obsthaus erbaut war; es folgten, immer zur Rechten der Straße, das Gasthaus (1767), das Kavalierhaus, der Marstall (1790/91), hinter dem 1797 das Reithaus errichtet wurde, und das Blumentreibhaus.«*10/256

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1911 gestempelt: Blick von Westen auf die Endhaltestelle der Herkules-Bahn und das Oktogon.*5


X Ca.1900, vom Oktogon aufgenommen.*4


X Ca.1900: Die »Gastwirthschaft« Hier klicken für einen Detail-Scan.*11


X Ca.1900.*5


X Ca.1900.*2


X Ca.1900: Gasthaus und Herkules vom Weg nach Elfbuchen aus. Stereoaufnahme.*5


1907 gestempelt: »Restauration Rahnis am Octogon«.*5


Talblick. Rückseite hs.: »vom R.L.M. am 22.3.43 freigegeben Nr.03546«.*5


X Ca.1950: hs. »Parkplatz hinter dem Herkules«.*5


Parkplatz, ca.1955.*5


X Ca.1960: Noch steht die alte Gastwirtschaft, links im Bild.*5

Gastwirtschaft am Herkules,
Parkwächterhaus am Herkules,
Kaskaden-Wirtschaft


Das Oktogon
, auch Riesenschloß oder Winterkasten genannt, das die Pyramide mit der Kolossalstatue des Herkules trägt, ist seit 1700 das Wahrzeichen Kassels und Nordhessens. Die grandiosen Wassertreppen und die Aussicht vom Bauwerk und den umgebenden Terrassen haben es seit Jahrhunderten zu einem bevorzugten Ausflugsziel gemacht.

Von etwa 1900 bis 1966 fuhr die die Herkulesbahn zur Endhaltestelle in der Nähe des Monuments. Seit der Schließung dieser Bahn kommt man zu Fuß, mit dem Bus oder dem Auto an das Bauwerk heran. Das Jahrhundertmitte-Luftbild vom Herkules zeigt die damals noch einigermaßen strukturierte Peripherie. Damals fuhr man auch noch mit dem Auto auf der Serpentinen-Straße (oben im Bild zu erahnen) hinauf, wenn man den Umweg über die Druseltalstraße nicht machen wollte.


1900 gestempelt. »Gastwirtschaft am Herkues. Inh. C.Rahnis«.*5

Die untergegangene »Wirthschaft am Hercules« paßte hingegen wunderbar an diesen Ort. Das Haus (im »Touristen-Führer für Kassel und Umgegend von H. F. Lorenz« als »bescheiden« bezeichnet) wurde wohl erst in den unseligen 70er Jahren abgerissen, als das heutige, architektonisch weniger überzeugende Gaststättengebäude errichtet ward.


Ca.1940.*5


Nach 1962. Rückseitenaufdruck: »Gaststätte am Herkules. Bes. Karl Rahnis«; darunter gestempelt: »Gaststätte am Herkules. Inh. E.Rahnis, Schloßpark 15, 35 Kassel«.*5


»24.12.1961« (hs. auf der Rückseite. Dort auch ein Stempel): »Gaststätte am Herkules. Inh. K.Rahnis«.*5


HNA, etwa 1970. Dargestellt sind Planungen,
aus denen zum Glück nichts wurde.

Das Parkwächterhaus am Herkules (Schloßpark Nr.24)


Ca.1930.


1932 datiert. »Trude Schaumlöffel« ist der Postkarten-Verlagsname.*5


X »Gastwirthschaft an den Cascaden. Inh.: P.Block«. Ca.1900.*5


Ca.1900: »Wilhelmshöhe. Blockhütte am Fusse d. Kascaden«.*5


X Ca.1910: »Wilhelmshöhe. Gasthaus zu den Kaskaden.«*5


X Das Kaskaden-Restaurant
im Winter, datiert 1908. Links: von den Stufen der Kaskaden aus, rechts: von Osten.*5


1912: datiert. »Restaurant Block«. datiert. Handschriftlich: »Eingekehrt.«.*5


1933 gestempelt: »Kaskaden-Restaurant. Inh.: Fritz Block«.*5

Das Kaskaden-Restaurant (Schloßpark Nr.20)

»Baugruppe aus drei Gebäuden: einem ehemaligen Parkwächterhaus als Kern des Anwesens, einem Wirtschaftsgebäude und einem Schuppen. Die Aufseher, anfangs pensionierte Soldaten, führten schon immer eine mit kleinen Wiesen- und Gartenparzellen im Schlosspark verbundene Ökonomie; spätestens seit 1825 konnten Besucher der berühmten Anlagen dort, auf halbem Weg zwischen Schloss und Oktogon, Kaffee und Speisen bekommen, womit sich die Aufseher ihr schmales Salär aufzubessern suchten. Spätestens zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich der Ausschank zu einer hauptberuflich geführten Gastwirtschaft entwickelt, was sowohl die Erweiterung des Wohnhauses als auch den auf der Nordseite errichteten eingeschossigen, mit Brettern verschalten Gaststubenanbau bedingte.«*22


Herkules und Kaskaden-Restaurant, Blick von Osten, gestempelt 1914.*5


Ca.1910 an einem umsatzstarken Tag.*5

Die Gaststätte war über 100 Jahre in den Händen der Familie Block; um 1900 nannte sich das Lokal denn auch »Blockhaus« und wurde auch schon damals (im »Touristen-Führer für Kassel und Umgegend von H.F. Lorenz«) als »bescheiden« bezeichnet. Das jedenfalls traf für die letzte Block-Generation zu. Indes:

Seit etwa 2010 befindet sich das Haus unter Leitung der Firma Grischäfer – und ist seitdem (und demzufolge) ein wunderbarer Ort zum Feiern, Speisen und Kaffeetrinken.

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Hier klicken für eine Karte des Parks und des Habichtswaldes aus den 1930er Jahren.*5

Im Bergpark Wilhelmshöhe

Postkarten und Fotos des Bergparkes sind naturgemäß überaus häufig. Die Einträge in diesem Teilkapitel verdanken sich jeweils dem Zufall, daß sich im Mulang-Archiv lustige oder seltene Fotos befinden.

• Die Große Fontäne
• Die Plutogrotte
• Sokrates’ Hütte
• Felseneck
• Die Löwenburg
• Steinhöfer-Wasserfall und Aschsee
• Der Neue Wasserfall
• Der Lieblingsplatz der Kaiserin
• Fuchslöcher


1903. Die Fontäne ist herrlich zu erleben, aber schwer zu fotografieren: Wohin man sich auch stellt, das Wasser kontrastiert selten ausreichend mit dem Hintergrund. Immerhin hat der Fotograf dieser Karte es versucht.*5


1913. Die »Grosse Fontaine« ist arg klein. War der Fotograf zu spät angekommen? Wußte er, wie schwer das ganze Ding zu knipsen ist? Aber ein bißchen Farbe kann Wunder wirken.*5


1911. So wenig Publikum? Nein: Es ist eine Totalretusche. Die Fontäne ist auch hier zu klein – und sie entspringt in der schnöden Wirklichkeit auch nicht in der Mitte des Teiches.*5


1918. Schon höher, aber immer noch komplett und kühn retuschiert; ein einzelner Mensch (und ein einzelner Schwan) sind Zeugen des Nicht-Geschehens.*5


1917. Noch eine Totalretusche, aber immerhin so groß, daß die Fontäne nicht auf die 89 mm Höhe der Postkarte paßt.*5

Die Große Fontäne


Die »grosse Fontaine« als freie – und, seien wir ehrlich: mittelgeschickte – Zeichnung, ca.1910.*5

* * *

Auf die Große Fontäne, die seit 1781 50 m hoch spritzen kann, war Friedrich II so stolz, daß sie a) nur gegen Geldzahlung und b) nur für empfohlene Leute angeschaltet wurde. »Unerlaubtes Besichtigen oder gar Abzeichnen des Mechanismus standen unter schwerer Strafe«, wie Hermsdorff im HNA-»Blick zurück« Nr.670 schreibt. Hier klicken für den ganzen lustigen Beitrag.*9

* * *

Hier klicken für ein PDF mit dem bebilderten Text »Ab nach Wilhelmshöhe! Das große Kasseler Pfingstereignis« von Gerd Fenner – ein Beitrag hauptsächlich zur Großen Fontäne aus seiner Spaziergang-Serie zu besonderen Orten im Park, verfaßt für den Verein »Bürger für das Welterbe e.V.«, 2020.

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»Herkules mit Pluto-Grotte«, gestempelt 1908.*5

Die Plutogrotte


Plutogrotte, ca.1900.*5

Hier klicken für ein PDF mit dem bebilderten Text »Ein schauerliches Halbdunkel – die Plutogrotte« von Gerd Fenner, aus seiner Spaziergang-Serie zu besonderen Orten im Park, verfaßt für den Verein »Bürger für das Welterbe e.V.«, 2020.

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Im Bergpark Wilhelmshöhe«.)

Sokrates. Rückseite, hs.: »So. 4.Juli 1920«.*5

Sokrates’ Hütte

Heidelbach schreibt über die Zeit Landgraf Friedrich II. und dessen Staffagebauten im damals »empfindsamen« Park Weißenstein:

»Besonders zahlreich waren die abgesonderten Einsiedeleien. Öffnete man die Tür eines solchen Häuschens, so sah man bald diesen, bald jenen griechischen Weisen, ind Lebensgröße abgebildet, in einer ihn charakterisierenden Beschäftigung dasitzen. Plato unterrichtete seine Schüler, Sokrates las im Gefängnis. Pythagoras, Heraklit, Anaxagoras, Demokrit, jeder hatte sein besonderes Haus und selbst Diogenes seine Tonne.«*10/171

Die ganze Pracht ist dahin, nur die Sokrates-Hütte hat überlebt, seit etwa 2015 restauriert (aber leider unbelebt).

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Im Bergpark Wilhelmshöhe«.)

Felseneck, gestempelt 1913.*5

Felseneck

1794 vom Architekten Heinrich Christoph Jussow erbauter Pavillon am Rande der Ebene, auf der die Herkules-Wassertreppe endet.


Felseneck zur Zeit Napoléon Bonapartes, im Hintergrund die Löwenburg. Wiederhold, datiert 1811.*5

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Im Bergpark Wilhelmshöhe«.)



2 x 1903:*5 Der Kasseler Fotograf G.Leonhardt hat viele vortreffliche Winteraufnahmen angefertigt; seine Postkarten sind überdies stets datiert. Auf den Karten sind zwei Abschnitte der Burgmauer an der Auffahrt zur Löwenburg zu sehen: Oben der untere Eingang von Mulang her, im Hintergrund die Wiederholdsche Kuranstalt. Der Durchgang links ist das »Wunschtörchen«; beim Durchschreiten wünsche man sich etwas (dabei das Törchen klüglich weder über- noch unterfordernd) und verschweige den Wunsch: so geht er in Erfüllung. – Unten das Tor am andren Ende desselben Weges, in unmittelbarer Nähe der Löwenburg, von deren Vorplatz aus gesehen. Möge der gotische Bogen bei der derzeitigen (2020) Renovierung der Löwenburg wieder geschlossen werden.



2 x 1919: Der Blick auf die beiden Tore von jeweils der anderen Seite.*5

* * *


1917 gestempelt. Der Platz vor der Löwenburg in psychedelischer Kolorierung.*5


Ca.1910. Ansicht des Innenhofes.*5


1907 gestempelt: Das Nordtor.*5

Die Löwenburg (Schloßpark Nr.9)

Diese künstliche Ruine wurde 1793–1801 durch Heinrich Christoph Jussow erbaut – nach einer Studienreise des Architekten durch das Heimatland der Ruinenromantik, die Britische Insel. 1945 wurde das Bauwerk durch Bombentreffer schwer beschädigt, vor allem der Bergfried stürzte ein. Von 2017 bis 2020 wurde er wieder aufgebaut.


Der Bergfried.*5


»Die Capelle auf der Löwenburg«.*5

Aus den Tagebüchern Ferdinand Benekes (1774–1848), Kassette 1, Band 4 (Wallstein Verlag, Göttingen 2012). – 23.Juli 1801: »Nach Tische besahen wir den ganzen ein paar Stunden im Umkreise haltenden Garten, welcher eigentlich die Nord Seite des Berges bedeckt, u. aus herrlichen Boskets, Parks, u. andern Dekorazionen besteht. In diesem Garten sahen wir dann successiue folgende Merkwürdigkeiten. a.) die Löwenburg – Eine von dem LandGrafen ganz neuerlich erbaute alte Ritterburg, in welcher er selbst Zimmer bewohnt. An sich wäre es nichts Tadelnswerthes, durch ein solches in seiner Manier dekorirtes Gebäude die Sitten der Vorzeit im kleinsten Detail anschaulich zu machen. Im Gegentheil würde die Ausführung eines vernünftigen Plans dieser Art großen Dank verdienen, Soll aber der Plan vernünftig seyn, so muß er auch auf eine vollkommene Darstellung der Sache gerichtet werden. Hier aber ist alles MiniaturDarstellung, die um so unpaßlicher ist, da sie Ansprüche auf eine große Wirklichkeit macht. Statt also die Burg so darzustellen, wie man sie sich aus den großen Maßen alter Ruinen idealisirt, so hat der LandGraf zwar der Form nach eine Burg, der Masse nach aber eine kleine niedliche Burg bauen laßen. Uns beyden, die wir trotz unserm Streben nach einer angenehmen Täuschung dennoch nur den Eindruck des Kleinlichen fühlten, schien daher diese völlig ausstaffirte Burg eine wahre DonQuixotterie des LandGrafen zu seyn, u. zwar eine recht burleske. – Wir gingen über eine Zugbrücke, durch ein Thor in den innern HofPlatz. Hier fanden wir eine Wache von sechs völlig altkostümirten BurgLeuten, oder LanzKnechten. Es war unmöglich, dem Eindrucke dieser Kinderey zu widerstehen, u. nicht zu lächeln über die steifen Musketier, welche in dieser Garderobe stacken, u. deren pedantische Haltung in dem schreyendsten Widerspruche mit den Lanzen, Schwerdtern, u. Pumphosen stand, mit denen sie dekorirt waren. Diese armen Teufel, u. wahre HofNarren müßen also eine permanente Komödie spielen, u. kommen gar nicht aus den TheaterKleidern heraus, in denen sie zugleich ihr Theater, u. ihr PrivatLeben führen.«

Später wird Beneke deutlich romantischer. 19.August 1806: »Heiter, wie der Himmel über uns, stiegen wir nun scherzend die Treppen neben der Kaskade herab, und richteten dann unsern Weg rechts in den südöstlichen Teil des Waldes. Schon neigte sich der Tag, große RaubVögel kreiseten über dem hie, und da sichtbaren Gipfel des Berges, u. bald lag auch am Abhange des Berges die vielthürmige Löwenburg vor uns. Zwischen dem TurnierPlatze u. dem Burg-Garten weg wanderten wir getrost darauf los unsre Phantasie versetzte uns in die RitterZeit, u. die Dämmerung des schönen heitren Abends vollendete die Illusion. Wir zogen ein durch das BurgThor, u. lustwandelten auf dem stillen InnenHofe, in dem nichts Lebendes war, als die altkostümirte Schildwache. Die steinernen Löwen, u. Ritter vor der HauptThüre, die gothische BurgKapelle, die bemahlten Fenster, alles, alles wirkte izt bey der aufsteigenden Nacht viel stärker auf die Einbildung, u. wir geriethen weit hinweg von unsrer Gegenwart. Ungern verließen wir endlich die Burg, unsre Tritte hallten uns nach in dem stillen Hofe.« (Kassette 3, Band 2, Göttingen 2019)

* * *


1915 gestempelt: Das Südtor. Mit Stempel »Reserve-Lazarett Cassel«.*5

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Im Bergpark Wilhelmshöhe«.)


Asch. Aus einem Trambahn-Spiel von 1877 (Nachdruck 1984).*5


Asch, 1904 gestempelt.*5


Asch, ca.1910.*5

* * *


1926 gestempelt: die »Neue Frikadellen-Hütte« am Aschsee.*5


1927: die »Neue Frikadellen-Hütte«, Beitrag in der HNA, 1996.*5

Auf dem unteren Drittel dieser Karte (hier klicken) findet man See und Hütte.*5

Steinhöfer-Wasserfall und Aschsee

»1793. Im Frühjahr wurden in der Gegend der Fasanerie alte Wege zum Teil geändert und neue angelegt. Im Mai wurde die bis dahin noch rauh gebliebene Gegend zwischen der Plutogrotte und dem Fuße des Karlsberges bearbeitet und die ehedem zur Fortsetzung der Kaskadenanlagen angelegten steilen Ufer und Abhänge abgetragen, auch dem vom Waldwassersturz zum neuen Reservoir führenden Flußlauf ein landschaftlicher Charakter verliehen.
  Dieser Waldwassersturz, der noch 1821 die offizielle Bezeichnung ›Bergwasserfall‹ oder ›Waldwasserfall‹ trug, wurdem vom Volke schon bald nach seinem Erbauer der ›Steinhöfersche Wasserfall‹ genannt. An dem hier fast senkrecht abfallenden Bergeshang türmte Steinhofer mitten im Wald Felsen auf Felsen, und zwar, wie eine wenig glaubhafte Tradition berichtet, ohne Wissen des Landgrafen. Als das Werk so weit gediehen war, daß man aus einem Sammelteich die Wassermassen sich über das Gestein ergießen lassen konnte, soll er den Fürsten an die Stelle seines heimlichen Schaffens geführt haben.
«Heidelbach.*10/236




Der Steinhöfer-Wasserfall in Sterobildern: zweimal ca.1900 (oben), einmal 1906 datiert (unten).*5

Der oben genannte Sammelteich ist der Waldsee »Asch«, ein Idyll, an dessen herkulesseitigem Gestade zu Beginn des 20. Jahrhunderts die »Neue Frikadellen-Hütte« stand.

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1915 gestempelt: »Wilhelmshöhe - Lindenplatz am Neuen Wasserfall«. Dieses recht Reservoir hinter dem oberen Plateau des Wasserfalls ist gut erhalten, wie auch die zuführenden Wasserwege.*5


Ca.1900: Klappkarte.*5

Der Neue Wasserfall

Der Neue Wasserfall wurde als letztes wichtiges Areal des Bergparks gestaltet. Für seine Anlage mußte das Gut Juliusstein (später »Montchéri«) abgerissen werden - die strenge Auffassung des Landschaftsparks vom Beginn des 19. Jahrhunderts duldete keine Parkbauten, sondern hatte das Ideal einer realistisch-idealistischen Naturgestaltung.

Zur Verwendung von Gut Juliusstein als Cholerahaus 1831/32: Hier klicken für ein PDF mit einem bebilderten Text von Gerd Fenner.



Zwei Stereobilder, ca.1900.*5

Heute liegt der Neue Wasserfall in einer eher weniger besuchten Ecke des Parks; der Wasserfall ist seit 1945 beschädigt und außer Betrieb.

Mit dem UNESCO-Welterbe verbindet sich die Hoffnung, daß dieses großartige Bauwerk und die umgebende Parklandschaft in absehbarer Zeit wieder in ganzer Schönheit erlebbar sein werden.

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X Postkarte von 1903 (Stempel): »Der Kaiserin Lieblingsplatz«, mit Blick auf die Löwenburg.*5

Der Lieblingsplatz der Kaiserin

Auguste Viktoria, die Gemahlin Kaiser Wilhelms II., schätzte, wenn man der nebenstehenden Postkarte glauben möchte, besonders die kleine Ebene oberhalb der Felsengarten-Treppen unmittelbar nordwestlich des Weißensteinflügels des Schlosses Wilhelmshöhe, die auch heute noch genau so (nur ohne Bank) vorzufinden ist (die Ebene, nicht die Kaiserin).


Dort oben auf den weißen Steinen befindet sich der Platz.*5

(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis »Im Bergpark Wilhelmshöhe«.)


1906 gestempelt.*5


1918 gestempelt.*5

Fuchslöcher

Wenn man der Rasenallee weg vom Schloß in Richtung Wilhelmsthal folgt, macht sie alsbald eine scharfe Biegung nach links und biegt bald darauf wieder nach rechts ab.

Direkt neben dieser Biegung liegt auf einer Anhöhe ein Rindenhäuschen: Die Fuchslöcher-Hütte. Sie ist freilich stark vernachlässigt.

Ganz am oberen Rand dieser Karte (hier klicken) findet man die »Fuchslöcher«.*5

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Dank an
Gerd Fenner
Dr.Helmuth Greger
Herrn Bernd Sieber
Stadtmuseum Kassel

Nachweise
*1 Familienarchiv Greger
*2 Sammlung Rolf Lang, Niestetal
*3 Ortsbeirat Brasselsberg (Hg.): Brasselsberg – Geschichte und Anekdoten, Kassel o.J. (ca.1990)
*4 Stadtmuseum Kassel
*5 Sammlung Feyll/Forssman
*6 Wolfgang Hermsdorff, Ein Blick zurück, Reproduktion der HNA-Serie, zusammeng. m. Registern und Quellenverz. v. Hiltgunde Thiele, Kassel 1992.
*7 Sammlung Sieber, Kassel
*8 Hans-Christoph Dittscheid: Kassel-Wilhelmshöhe und die Krise des Schloßbaus am Ende des Ancien Régime, Worms 1987.
*9 Gottfried Ganßauge: Die Umgestaltung der Wilhelmshöher Schloßwache, in: Hessische Heimat, 1. Jahrgang 1951, Heft 1, Kassel 1951.
*10 Paul Heidelbach: Die Geschichte der Wilhelmshöhe, Leipzig 1909
*11 UniversitätsBibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
*12 Alois Holtmeyer: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel
*13 1877–1977 – Dampfbahn, Pferdebahn, elektrische Straßenbahn – Ein Jahrhundert Nahverkehr in Kassel, 3. Auflage, Kassel 1986
*14 Heinrich Schmidtmann: Erinnerungsbilder, Kassel 1910
*15 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, Kreisvereinigung Kassel (Hrsg.): kassel ..... anders gesehen! Führer zu den Stätten des Widerstands, der Verfolung und des Krieges (Kasseler Hefte 1), Kassel 1983
*16 W. Döring: Beschreibung des Kurfürstlichen Landsitzes Wilhelmshöhe bey Kassel. Mit Kurfürstlich Hessischem gnädigsten Privilegio, Cassel 1804
*17 Archiv Yannick Philipp Schwarz, Kassel
*18 Sammlung K.-P. Wieddekind
*19 Sammlung Dieter Rüsseler
*20 Sammlung H.-W. Hess
*21 Motivschmiede, Kassel (www.Motivschmiede.de)
*22
Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Brigitte Warlich-Schenk (Hg.): Kulturdenkmäler in Hessen, Stadt Kassel III, Stuttgart 2008
*23 Nachlaß Tilman Störmer; Dank an Gerd Fenner, Kassel

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